BOL Damen haben Nachsehen in Lohr

Nachdem sich die 1. Damenmannschaft nach einer erfolgreichen letzten Saison endlich den langersehnten Aufstieg zurück in die Bezirksoberliga hochverdient erspielt hat, konnte leider bis zum heutigen noch kein neuer Trainer für die Mädels akquiriert werden. Um den Start in der höchsten unterfränkischen Spielklasse nicht zu einem Desaster werden zu lassen, wurde die Damenmannschaft in der Vorbereitung noch durch den letztjährigen Trainer Michael Pragmann im Bereich der Kondition und Kraft ordentlich in die Mangel genommen. Im Bereich der Technik bekamen sie noch einiges an Feinschliff durch Stefan Bott. Im Vorfeld war jedoch bereits klar kommuniziert, dass mit dem Absolvieren des Trainingslagers in Veitshöchheim die Vorbereitung offiziell beendet und somit leider auch der Rücktritt der beiden besiegelt war. Im Namen der gesamten Damenmannschaft hier nochmal ein riesen Dankeschön an den Rückhalt und die vielen schweißtreibenden Trainingseinheiten an die beiden!!!

Einen schweren Brocken gab es gleich zu Beginn der neuen Saison. Mit dem letztjährig zweitplatzierten in der BOL stand den Damen die körperlich sehr starke Damenmannschaft des TSV Lohr gegenüber. Der TSV Lohr hatte in der vergangen Saison mit einem Verhältnis von 412:350 die wenigsten Gegentore in der gesamten Liga kassiert. Somit konnte man sich bereits im Vorfeld auf eine harte Abwehr einstellen. Mit 10 Feldspielern und 2 Torfrauen ging es in das Spiel. Der Mannschaft war eine gewisse Nervosität und Respekt vor dem Gegner anzumerken, was aber in einem ersten Saisonspiel mit einem völlig unbekannten Gegner völlig legitim ist.

Das erste Tor in diesem Spiel wurde nach 56 Sekunden durch einen Siebenmeter von Lena Übelacker markiert, nachdem ein zuvor schön herausgespieltes Anspiel an den Kreis durch die gegnerische Abwehr nur unsanft zu einem Torerfolg verhindert werden konnte. Somit ein guter Einstieg in das Spiel, der jedoch nicht von langer Dauer war. Bereits eine Minute später wurde der Ausgleich erzielt und der gegnerische Vorsprung innerhalb von 6 Minuten auf 6:1 ausgebaut, ehe man den Anschluss mit 6:2 erzielen konnte. Beim Stand von 9:2 in der 14. Minute wurde mit einer Auszeit versucht, die Verunsicherung der Mannschaft zu reduzieren und den Gegner etwas aus dem Spielfluss zu bringen. Das Vorhaben klappte leider nur bedingt, worauf die Mannschaft mit einem deutlichen Halbzeitergebnis von 17:4 in die Kabine gehen musste. Das Ergebnis spielte den Spielverlauf leider überhaupt nicht wieder. Der Abwehr war in der ersten Halbzeit nichts vorzuwerfen, da diese stets aggressiv die gegnerischen Spieler annahm und den Spielfluss frühzeitig verhinderte. Der TSV musste sich hier die Tore schwer erarbeiten. Durch Unsicherheiten im Angriffs- und Abschlussverhalten, sowie ein paar technischer Fehler wurde der Gegner leider zu 10 Tempogegenstößen in der 1. und 2. Welle eingeladen, welche alle konsequent mit einem Tor bestraft wurden. Aus dem Angriffsspiel heraus waren somit nur 7 Tore zu verbuchen, was bei dem körperlich doch sehr überlegenen Gegner eine akzeptable Quote war.

In der Halbzeitansprache wurde gemeinsam das zu schwache Angriffsverhalten analysiert und individuelle Spielmöglichkeiten und Abfolgen besprochen. Trotz des Ergebnisses war bei den Damen zu diesem Zeitpunkt kein Anzeichen von Resignation zu spüren, im Gegenteil…alle waren sich einig, dass man hier zusammen als Team stand und alles darum geben wollte, in der zweiten Halbzeit noch einmal zu zeigen, warum man in diesem Jahr in der BOL auf der Platte steht. Mit Beginn der 2. Halbzeit konnte man sich im Angriffsverhalten deutlich steigern und dadurch mehrere sehenswerte Wurfchancen herausspielen, die jedoch aufgrund der beiden sehr starken gegnerischen Torfrauen nicht immer in Tore umgemünzt werden konnte. In der 44. Minute wurde durch den gegnerischen Trainer eine Auszeit genommen, da er mit dem Spielverlauf bis dato sichtlich unzufrieden war. Mit einem Stand von 22:8 wurden in 14 Minuten lediglich 5 Tore zugelassen und es konnten 4 Tore erzielt werden. Auch nach der Auszeit konnte man den Abstand durch zwei weitere sehenswerte Treffer auf 22:10 verkürzen. Der Gegner ließ sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen und konnte den Abstand bis Ende des Spiels wieder etwas ausbauen. Der Schlusspfiff endete mit einem Stand vom 29:14.

Fazit zum Spiel:
1. Halbzeit zu hoch mit 17:4 aufgrund von Unsicherheiten und teilweiser Unachtsamkeit verloren. Der Gegner kam zu viel zu einfachen und leichten Toren, wogegen sich die Damen jedes Tor wirklich hart und kräfteraubend erarbeiten mussten. Der Angriff muss hier noch deutlich dynamischer und druckvoller werden und auch die schnellen und leichten Tore über 1. und 2. Welle werden auf dem Ziel zum Klassenerhalt eine Schlüsselrolle spielen.

„Float like a butterfly, sting like a bee!“

Dieses Zitat von Muhammad Ali trifft diese Notwendigkeit des Angriffs wie den Nagel auf den Kopf.

2. Halbzeit mit nur 12:10 verloren, was nur dem Willen jeder einzelnen Spielerin bis zur letzten Sekunde zu zurechnen war. Der Angriff agierte quirliger, lauffreudiger und technisch deutlich sicherer als in der 2. Halbzeit. Die Abwehr stand bis auf wenige Ausnahmen sehr kompakt und agierte hart aber fair…zu jeder Zeit auf beiden Seiten. Es wurden alle Spieler eingesetzt.

Mit dieser Moral und Geschlossenheit werden die ersten Punkte kommen. Es schlummert noch einiges an Potential in der Mannschaft und es ist noch viel Luft nach oben. Dieses kann aber nur durch Konstanz im Training weiter gefordert und gefördert werden. Mit ständig wechselnden Aushilfstrainern und Spielbetreuern wird sich die Mannschaft auf Dauer nur schwer tun, die für die BOL notwendige Leistung abzurufen und das Ziel Klassenerhalt zu erreichen. Auch eine 1. Damenmannschaft sollte in der BOL neben der Männermannschaft als Aushängeschild des Vereins betrachtet werden. Gerade diese Spielklasse gibt ein sehr hohes spielerisches Niveau her, zu welchem die Jugend sicher gerne aufsieht und in den nächsten Jahren spielen möchte.

Es sollte somit unbedingt eine dauerhafte Lösung für die aktuelle Saison 2019/2020 gefunden werden!

Die Damen werden die nächsten beiden Wochen nutzen, um sich intensiv auf den nächsten Gegner, den bereits aus der Vergangenheit bekannten TSG Estenfeld, vorzubereiten. Das Spiel beginnt im heimischen Hexenkessel am 12.10.2019 mit einer neuen Uhrzeit um 17:45. Die Mannschaft würde sich über zahlreiche Unterstützung auf den Rängen als 8. Mann sehr freuen.

Es spielten:
Annalena Löser, Anna Pragmann 4, Theresa Löser 1, Mareike Schneider, Sabrina Beck 1, Melissa Kalmund, Sophie Gundelach 1, Lena Übelacker 4/1, Inci Abbate, Larissa Schneider, Jennifer Frank 3, Katharina Bach